Dienstag, 7. Oktober 2014

„Rente 2014: Sicher ist nur, dass viele Probleme nicht gelöst wurden!“


Zu den Rentenberatertagen 2014 vom 11. bis 13. September in Lübeck zieht der Bundesverband der Rentenberater e.V. Bilanz und fordert weitere Anstrengungen
In den ersten Ankündigungen zum Rentenpaket war schon erkennbar, dass es mit der sogenannten Mütterrente und der Rente mit 63 Verbesserungen für weite Teile der Bevölkerung geben würde. Auch die verbesserten Regelungen bei der Erwerbs-minderungsrente sind ein Schritt in die richtige Richtung.
Trotzdem kritisiert Marina Herbrich, die Präsidentin des Bundesverbandes der Rentenberater e.V., dass in anderen wichtigen Bereichen nach wie vor geeignete Konzepte fehlen. „Die geburtenstarken Jahrgänge rücken ins Rentenalter vor - viele davon mit geringen oder sogar prekären Einkommens- und Vorsorgeverhältnissen. Außer der Ankündigung, sich dieses Themas als nächstes anzunehmen, haben wir von der zuständigen Ministerin noch nichts gehört. Wir brauchen dringend ein schlüssiges Konzept gegen Altersarmut, sonst werden in den nächsten Jahren noch viel mehr Menschen ergänzende staatliche Leistungen in Anspruch nehmen müssen.“
Ein wichtiger Schritt wäre die Flexibilisierung beim Übergang in die Altersrente. Heute sind die Hinzuverdienstregeln zu eng definiert und für die Betroffenen kaum nachvollziehbar. Sie erschweren den Menschen einen gleitenden Übergang in die Altersrente und entziehen außerdem der Wirtschaft wichtige Arbeitskräfte. Die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, auf das Fachwissen der Älteren zu verzichten und viele Menschen werden von der Rente allein nicht leben können. Der Bundesverband der Rentenberater e.V. fordert daher die Bundesregierung auf, weitere wichtige Reformen zugunsten der Versicherten vorzunehmen.
Bereits vor der Einführung der sogenannten Mütterrente hat der Bundesverband der Rentenberater e.V. gefordert, die entstehenden Kosten nicht aus der „Rentenkasse“ zu finanzieren. „Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum diese gesamt-gesellschaftliche Aufgabe nicht von allen Einkommensgruppen getragen wird. Die Kosten werden nur den Versicherten aufgebürdet und besonders die geburtenstarken Jahrgänge durch höhere Beiträge und Leistungskürzungen belasten.“ erklärt Marina Herbrich. „Die Bundesregierung hat hier eindeutig ein falsches Signal gesetzt.“
Der Bundesverband der Rentenberater e.V. fordert von der Bundesregierung einen sorgfältigeren Umgang bei der Finanzierung von Gesetzesänderungen und die Versorgungsansprüche aus Erziehungszeiten als gesamtgesellschaftliche Aufgabe durch Steuern zu finanzieren.